Die Buckfastimker

im Landesverband Westfalen e.V.

Warum Drohnen so wichtig sind

In Zeiten einer immer lebensunfreundlicheren Umgebung für die Biene, sollte sie an ihre Umweltbedingungen doch optimal angepasst sein. Oder nicht?

Aus diesem – und auch aus anderen Gründen – beteiligen sich viele Imker an der Bienenzucht.

Selbst der Freizeitimker mit nur wenigen Bienenvölkern muss seine Völker vermehren und steht vor der Frage: Welche Völker sind die Besten? Welches nutze ich zur Vermehrung oder zur Zucht?

Für Prof. Job van Praagh stellte sich diese Frage nicht. Er ging die Vermehrung von der anderen Seite an: Welche Völker sind die schlechtesten?

Denn es ist einfacher einzuschätzen, welches Volk das schlechteste auf dem Bienenstand ist.

Aber warum?


Die genetische Vielfalt bleibt bei Bienen bereits nach einem Jahr Züchtung auf der Strecke. Eine genetische Vielfalt ist für ein Bienenvolk aber überlebenswichtig, weil die verschiedenen Arbeitsbereiche der Bienen so erst möglich sind.


Ob ein Volk viel Honig sammelt, sich gut verteidigen kann, ihre Wohnung gut putzt – das alles hängt von der genetischen Vielfalt ab. Ist sie eingeschränkt, sind die verschiedenen Arbeitsbereiche im Bienenvolk schlechter vertreten: das Volk leidet.


Um dieser genetischen Einfalt zu begegnen, ist es überaus wichtig, die Drohnen von möglichst vielen verschiedenen Völkern schlüpfen zu lassen. Deshalb soll nur das schlechteste Volk aussortiert werden – es verdirbt die Qualität der zukünftigen Völker.


Leider stehen viele Methoden gegen die Vermehrung der Varroa-Milbe dem entgegen. Damit ein Bienenvolk überlebensfähig bleibt, muss die Varroa-Milbe möglichst wenig im Volk vorkommen. Die Drohnenbrut aus dem Volk zu entfernen ist eine oft empfohlene Methode. Leider erhöht es den sogenannten Populationsdruck auf die Milbe, die sich dann verstärkt auf die Arbeiterinnenbrut stürzt und dadurch schädigt.

Das ist ein Dilemma – aber es gibt eine Lösung.

Der Freizeitimker mit wenigen Völkern tut also gut daran, seine schlechtesten Völker radikal auszusortieren und seine anderen fliegen zu lassen – auch die Drohnen. So haben alle Bienenvölker im Umkreis etwas Gutes von der großen genetischen Vielfalt, die dadurch erhalten bleibt.


Die klassische Bienenzucht kommt leider recht schnell zu einem sogenannten Flaschenhals: Die Zucht kommt nicht weiter voran, Inzucht droht. Die Völker werden anfällig, sind nicht mehr fit.

Um dem entgegenzuwirken, wird in Brandenburg von Jürgen Brauße und anderen ein sogenannter Poolmix gebildet. Er enthält Sperma aus vielen Drohnen, die wiederum aus vielen genetisch verschiedenen Völkern stammen. Die genetische Vielfalt wird dadurch weit größer, als von Natur aus vorgesehen. Es ist ein Experiment – aber zeigt bislang nur Gutes. Der Verfasser selbst hat ein Poolmix-Volk und ist sehr begeistert.

Eine Darstellung mit Bildern zur Genetik und den Folgen der Zucht vom besten Volk findet sich hier.

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