Der kleine Beutenkäfer – was tun?

Am Samstag, 24. Oktober 2015 war Dr. Sebastian Spiewok bei uns zu Gast im Museumshof Rahden.

Das Hauptthema des Nachmittags war der kleine Beutenkäfer.

Hier eine Zusammenfassung:

Ursprünglich stammt der kleine Beutenkäfer aus Afrika, gelangte aber in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in die USA und Kanada, 2004 nach Portugal und 2014 nach Italien.

In den USA hat er zu vielen Bienenvolksverlusten geführt und konnte sich dort etablieren.

In Portugal konnte man sein Eindringen durch schnelle radikale Methoden verhindern.

In Italien versucht man es derzeit noch. Leider gab es in diesem Jahr (2015) bereits 17 neue Funde.

Ein großräumiges Sperrgebiet ist in Italien eingerichtet worden. Die befallenen Völker wurden mitsamt der Beuten vernichtet, verbrannt. Der Boden mit Pestiziden behandelt.

Eine Ausfuhr von Bienen ist verboten.

Allen kann nur dringend davon abgeraten werden, seine Bienen in Italien überwintern zu lassen oder von dort Bienen zu kaufen!

Als nachtaktiver Flieger versteckt sich der kleine Beutenkäfer in Spalten und Ritzen den Beute, wo er nach kurzer Zeit Eier ablegt, aus denen sich Larven entwickeln.

Starke Bienenvölker finden diese Larven und entfernen sie aus dem Volk – damit kann sich der Käfer nicht vermehren, die Invasion ist gestoppt.

Schwache Völker finden die Larven nicht!

Die Larven ernähren sich vom Honig, der sich durch die Auscheidungsprodukte der Larve zersetzt und als unangenehm riechende Brühe aus der Beute herausläuft.

Die Larven ziehen aus der Beute aus und buddeln sich im Boden ein. Es sind sogenannte Wanderlarven. Im Boden können sie ihre Position verändern, wenn es nötig werden sollte.

Jetzt ist alles verloren! Der Käfer hat sich vermehrt, aus zwei Wochen später ziehen tausende neue Käfer in das Bienenvolk ein – alles beginnt von vorn.

 

Was kann man / Was soll man tun?

Der Befall des Bienenvolks mit dem kleinen Beutenkäfer ist eine anzeigepflichtige Bienenkrankheit und muss im Zweifelsfall unverzüglich dem Veterinär gemeldet werden!

Damit es nicht zur Vermehrung des Käfers kommen kann, gibt es die üblichen imkerlichen Empfehlungen:

  • nur starke Völker halten
  • Bienen müssen immer alle (!) Waben besetzen (Ausnahme: Winterruhe) – die Wabenanzahl an die Volksstärke anpassen!
  • tote Völker unverzüglich abräumen
  • keine Waben aufbewahren (Ausnahme: unbebrütete, von den Bienen restlos ausgeschleckte Honigwaben)
  • Honigwaben nicht lange stehen lassen, am gleichen Tag ausschleudern und so schnell als möglich den Bienen zurück geben.

Unter 13° C oder unter 50% rel. Luftfeuchtigkeit vermehrt sich der Käfer nicht.

Besetzt das Bienenvolk alle Waben, vermehrt sich der Käfer auch nicht.

Die einfachste Möglichkeit, sein Bienenvolk auf einen Käferbefall zu testen ist die Verwendung eines Küchenvliestuchs. Man legt es gefaltet auf die Rähmchen.

Die Bienen zerschroten es in wenigen Tagen, die Käfer verfangen sich an den zerfaserten Teilen.

 

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